Nur den Menschen,
die du geliebt hast,
bist du wirklich begegnet
in dieser Welt.

Die anderen haben
deinen Weg nur gekreuzt.




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Fynn und ich gehen einmal die Woche zu einem recht großen Supermarkt ein Stückchen weg von uns. Dieser Supermarkt liegt in einem Problemviertel, die Sparkassenfiliale direkt daneben wird von bewaffneter Security bewacht. Das soll jetzt wirklich total wertungsfrei sein, aber es wohnen drum herum eben viele Ausländer und Asylanten. Ich habe so gut wie keinen Kontakt dazu, es hat mit meinem Leben nichts zu tun.
Aber es hätte mal anders kommen können.
Wenn ich damals dem schönsten Mann, den ich je gesehen habe, an Weihnachten die Tür geöffnet hätte, ich wäre Teil einer mir jetzt so fremden Welt geworden. Fremde Sprache, fremde Weltanschauung, ein veraltetes Frauenbild. Er hat die Moderne akzeptiert, aber hätte es seine Familie ebenfalls? Es wäre wirklich spannend gewesen.
Ich mochte ihn wirklich. Wenn ich diese eine Information gehabt hätte, ich hätte die Tür geöffnet. Mein Leben wäre jetzt ein anderes. Niemals wäre ich gelandet wo ich jetzt bin.
Ob ich es bedaure? Wenn, dann nur selten. Eigentlich nicht. Ja, es läuft vieles schief und nicht so, wie ich es mir wünschen würde. Wirklich glücklich bin ich nicht. Aber doch da, wo ich sein soll.
11.3.17 17:34


Zurzeit läuft wieder etwas grandios schief in meinem Leben. Es macht mich nicht glücklich. Ich stehe morgens nicht auf und freue mich, dass der Tag beginnt. Ich bin immer müde und kaputt. Ich lache viel zu wenig. Ich bin unfair zu den Menschen, die ich liebe.

Heute habe ich frei. Dennoch zeigt mein Stundenkonto für diese Woche Überstunden an. Meine Kollegen sind keine Hilfe, sondern zusätzlicher Ballast. Auf meiner Liste stehen immer mehr und mehr Aufgaben, von denen ich keine abgeben darf. Volltönig nennt mein Chef mich den "Joker" und stellt mich vor Firmen als seine rechte Hand vor. Im Grunde heißt es aber nur, dass ich von allen die meisten Aufgaben mit der größten Verantwortung trage und es grundsätzlich ein Problem gibt, wenn ich ausfalle. Heute morgen wurde ich um 08:00 Uhr von der Arbeit geweckt eben deswegen. Es ist also nichts, worüber ich mich freue. Ob es wirklich der Weg ist, den ich gehen wollte, oder nur einer, auf den er mich drängt, das weiß ich noch nicht genau. Ich weiß nur, dass ich daran arbeiten muss, dem Grenzen zu setzen.
Am Mittwoch hat er mir Dinge erzählt die Zukunft des Betriebes betreffend mit dem eindringlichen Hinweis darüber doch bitte Stillschweigen zu bewahren, ich sei die einzige, der er davon erzählen würde. Selbst seiner Frau würde er davon nichts sagen bis er wirklich entschlossen wäre. Was ich davon halten soll, weiß ich auch nicht.
Letzte Nacht habe ich von ihm geträumt. Einen Schritt weiter als für gewöhnlich. Ich wende einfach zu viel Energie auf Belange auf, die mit ihm zusammen hängen.

Fynn und ich stecken im Alltag fest. Grundsätzlich läuft es dafür sehr gut. Er liebt mich, wofür ich ihm unendlich dankbar bin. Doch er fordert mehr als ich zurzeit geben kann. Und er versucht es sich zu nehmen, meine Einwände ignorierend. Das macht es mir sehr schwierig.

Mein Sozialleben liegt mal wieder am Boden. Selbst Freunde, von denen ich dachte, auf sie bauen zu können, geben mich so langsam auf. Das scheint mir das einzige, an dem ich derzeit aktiv arbeiten kann und das werde ich auch.

Warum auch immer denke ich in letzter Zeit viel zu oft an den Freund. Ich muss ihm wohl endlich wieder gegenüber treten und schauen, wie viel wirklich noch da ist, auf dass ich das Kapitel endlich abschließen kann. Doch noch bin ich nicht bereit dafür.

Ich vermisse meine Großeltern!

Zusammenfassend warte ich also immer noch auf die große Verbesserung, die der Schritt des neuen Jobs und Umzugs mit sich bringen sollte. Zeitweise habe ich es schon bereut. Aber zu warten ist der Fehler. Ich muss etwas tun dafür. Irgendwo werde ich die Energie dafür finden müssen.
10.3.17 14:10


Mein letzter Eintrag ist schon eine ganze Weile her.
Ich glaube, das hängt damit zusammen, dass Fynn jetzt auch hier wohnt. Die Verhältnisse sind recht beengt. Und irgendwie möchte ich bei diesen Gedanken ganz für mich sein. Ob das falsch ist?
Nächste Woche ziehen wir um, dann werden wir getrennte Arbeitsbereiche haben. Vielleicht kann ich mich dann wiedere öfter melden. Diese Einkehr in mein Selbst, das Ausleben von Emotionen, die im Alltag nicht wichtig sind, das fehlt mir sehr. Hin und wieder bin ich gerne traurig und depressiv, vermisse und sehne, träume, hoffe. Das alles geht zurzeit nicht. Vielleicht bald.

Grundsätzlich läuft mein Leben in keiner schlechten Bahn. Es könnte besser sein. Besser geht immer.

Fynn und ich stehen aufgrund des Umzugs und der mangelnden Zeit der Vorbereitung dafür etwas unter Stress. Wir streiten öfter als wahrscheinlich notwendig wäre. Aber er trifft auch einfach Entscheidungen, die ich nicht gut heißen kann. Dennoch, ich komme damit klar.

Auf der Arbeit ist viel zu tun. Mein Aufgabenbereich wächst und wächst. Momentan habe ich ein wenig den Überblick verloren.
Die Kollegin, die im Sommer eingestellt wurde, um mich zu entlasten und zu unterstützen, hat gekündigt. Jetzt beginnt wieder die nervenaufreibende Suche und Einarbeitung.
Dafür verstehen mein Chef und ich uns einfach super. Nächsten Monat bekomme ich eine Bruttogehaltserhöhung - nach einer Nettogehaltserhöhung im Sommer. Jetzt passen Gehalt und Leistungsanforderung so langsam zueinander. Zwei Erhöhungen in zehn Monaten, nach keiner habe ich gefragt. Ursprünglich sollte es erst nach einem Jahr eine Anpassung geben. Ich würde sagen, das spricht für meinen Chef.
Da wir so viel Zeit miteinander verbringen und innerhalb des Betriebes ziemlich auf uns beide allein gestellt sind, entwickelt sich da so langsam irgendetwas Freundschafts ähnliches. Es ist seltsam, weil ich so ein Verhältnis nie zu einem Chef hatte, auch nie das Bedürfnis danach. Aber wir verbringen einfach zehn Stunden am Tag miteinander - Fynn und ich maximal zwei unter der Woche. Halten Rücksprache bezüglich diesem oder jenem Vorgehen, dem Einschätzen der anderen Mitarbeiter oder Kunden. Manchmal geht es auch einfach um Banalitäten. Seinen Sport, meinen Umzug. Ein paar Mal hat er mich jetzt angerufen, wenn er auf dem Weg zu einem Seminar Langeweile hatte, oder als er das Gefühl hatte, ich sei sauer auf ihn gewesen. Es ist schon seltsam. Kein Wunder, dass ich letzte Nacht irritierend geträumt habe. Bedeutungslos, aber irritierend. In diesem Sinne...

Gute Nacht
19.11.16 19:51


Einen Fluch auf Tastenkombinationen, die meinem Beitrag gerade einfach das Fenster geschlossen haben.
Im Endeffekt lässt es sich aber auch kurz und knapp zusammen fassen:
Ich bin gerade nicht glücklich. Ganz und gar nicht. Physisch und psychisch bin ich einfach nur tiefenerschöpft, mir tut alles weh und mindestens zweimal die Woche ist mir so schlecht, dass ich würgend über der Toilette hänge. Körperliche Nähe zu Fynn kann ich gerade nicht ertragen, was ihn ziemlich verstört und verunsichert und unsere Beziehung auf eine harte Probe stellt. Die Wohnung sieht aus wie ein Schlachtfeld, weil mir die Kraft fehlt. Am Wochenende habe ich mich aufgerafft, jetzt ist es nicht mehr ganz so schlimm, aber körperlich hab ich es am nächsten Tag direkt gemerkt. Mein Sozialleben ist nicht vorhanden und obwohl ich gerade verdammten Urlaub habe, werde ich täglich von einer Kollegin mit Arbeitsfragen gestört, weil sie alleine die Stellung halten soll und es einfach nicht besser weiß. Die Vorstellung, ab nächster Woche wieder jeden Tag um 04:30 Uhr aufzustehen, um 05:30 Uhr 125km zur Arbeit zu fahren, um 07:00 Uhr den Laden aufzumachen (da ich verflucht nochmal sogar vor meinem Chef anfange, obwohl der nebenan wohnt), um dann gegen 18:00 Uhr wieder 125km zurück zu fahren und zwischen 19:30 Uhr und 20:00 Uhr Zuhause zu sein, bringt mich abwechselnd zum Weinen oder Kotzen. Ich weiß nicht mehr, ob die Arbeit dort wirklich das richtige ist. Seit einem Monat komme ich heim und schimpfe nur. Mein Kopf ist voll mit schlechten Gedanken, die ich nicht los werde, und schon mehr als einmal habe ich überlegt zu kündigen. Wenn das liebe Geld nicht wäre, würde ich es vielleicht sogar. Andererseits weiß ich auch nicht, wie der Laden ohne mich laufen soll... Doch im Grunde, was bilde ich mir ein, wir sind alle ersetzbar. Wenn das liebe Geld nicht wäre... ich bin nicht glücklich, ich bin mehr als erschöpft, habe niemanden, der nachvollziehen kann wie ich mich fühle und muss dringend etwas ändern. Wenn ich nur wüsste, was.
2.8.16 13:45


Kurz nach meinem letzten Beitrag hat meine Kollegin gekündigt.
Dementsprechend waren die letzten Wochen für mich eine totale Katastrophe. Ich bin sowas von kaputt und physisch und psychisch kratze ich am absoluten Limit.
Es sind jetzt neue Mitarbeiter da, über deren Hilfe ich wirklich dankbar sind und die sich sehr, sehr gut machen. Aber die möchten auch erstmal eingearbeitet werden. Wer das schonmal mitgemacht hat, weiß, dass Einarbeitung gefühlt zehnmal so lange dauert, wie die Dinge selber zu machen. Der Grad der Verbesserung meiner Situation hält sich also noch in Grenzen.
Auch meinem Chef ist aufgefallen wie fertig ich bin. Er ja genauso, zwischenzeitlich haben wir uns ordentlich angezickt. Er kann aber auch nicht aus seiner Haut und gibt mir immer mehr und mehr Aufgaben.
In der letzten Woche wollte wir wenig arbeiten, damit die neuen Menschen es lernen können. Das Ergebnis war, dass ich trotzdem jeden Tag zwölf Stunden gearbeitet habe, zuletzt auch wieder ohne Pause. Dazu die drei Stunden Fahrerei am Tag...
Fynn und ich wollten uns eine Wohnung anschauen. Jetzt hat ihm allerdings sein Chef einen Strich durch die Rechnung gemacht und das HomeOffice abgesagt. Dadurch macht es keinen Sinn, sich schon eine Wohnung zu nehmen. Ich werde also weiter fahren.
Meine Ernährung ist eine totale Vollkatastrophe, vermutlich habe ich auch diverse Mängel. Aber darauf kann ich gerade nicht achten, es geht wirklich nur ums Überleben und irgendwie weiter machen, bis in sechs Wochen endlich Betriebsurlaub ist. Vielleicht kann ich dann ja endlich mal wieder sowas wie Sport machen. Vielleicht schicke ich demnächst mal meinen Cortisonwert ein, könnte mir vorstellen, dass das spannend wird.
In zwei Wochen steht noch dieser Vortrag an, für den ich noch kaum etwas vorbereitet habe. Wann auch? Wenn der endlich hinter mir liegt und hoffentlich keine totale Blamage für mich und damit auch meinen Chef wird, dann werde ich schon unendlich viel erleichterter und weniger gestresst sein. Aber bis dahin heißt es beißen. Und die Schmerzen im Rücken, der Achillessehne und den Schultern ignorieren...

Heute Mittag hatte ich einen seltsamen Traum von dem Freund und von Fynn. Irgendwie habe ich mich wohl von dem einen verabschiedet und "ja" zu dem anderen gesagt. Oder so ähnlich. Es war strange und irritierend. Aber ganz hinten in meinem Kopf auch erhellend.
12.6.16 19:33


Es ist und bleibt einfach viel. Das täglich Aufstehen um 04:30 Uhr, heimkommen erst gg. 20 Uhr in der Regel. Es ist anstrengend. Der Stress auf der Arbeit selbst ist weniger geworden. Ob wir alle mehr Routine haben oder gerade nicht auch einfach weniger los ist, kann ich nicht sagen. In zwei Wochen ist Eröffnungsfeier und noch so verflucht viel dafür zu tun. Dann steht auch mein Vortrag an, in dessen Thema ich mich weniger sicher fühle, als mir lieb ist, und für das ich noch mindestens ein Dutzend belegende Studien heraussuchen muss. Ab Juni hört dann die Studentin bei uns auf und es fängt jemand neues an, der leider überhaupt nichts kann. Das macht den Menschen formbar, aber ich denke, der erste Monat wird wieder hart werden.
Dennoch muss ich sagen, dass es für mich die beste Entscheidung war. Niemals hätte ich irgendwo anders so viele Möglichkeiten, so viel Verantwortung, so viel Entscheidungsgewalt. Zurzeit bekomme ich von jedem nur Zuspruch und Lob für meine Arbeit, auch das hätte es an meiner alten Stelle nicht gegeben. Zur Anerkennung bekomme ich ab nächsten Monat sogar eine wirklich deutliche Gehaltserhöhung. Ursprünglich hieß es, vor nächstem Jahr ginge in der Hinsicht nichts, insofern freue ich mich wirkich sehr darüber.

Fynn hat es jetzt auch endlich geschafft, mit seinem Arbeitgeber zu sprechen. Vielleicht ziehen wir also wirklich irgendwann um in diesem Jahr und ich habe weniger Fahrerei.
Ansonsten läuft es bei uns weiterhin sehr gut. Es ist Alltag, es ist nicht spannend oder aufregend, dafür habe ich auch einfach keine Kraft. Aber es macht mich wirklich sehr glücklich.
Er ist dieses Wochenende weg und ich weiß irgendwie nicht so recht etwas mit mir anzufangen. Sehr seltsames Gefühl, weil nun wirklich genug noch zu tun ist.

Was mich allerdings wirklich stört, ist meine Ernährung. Mein Gewicht hält sich, das ist es nicht. Aber ich fühle mich trotzdem fett, aufgebläht und unwohl. Habe aus Zeitgründen und Faulheit in den letzten Wochen aber auch nicht einmal etwas wirklich gesundes gegessen, sondern nur FastFood.
Das muss aufhören! Habe mir einen Plan ausgedruckt, nachdem ich mich schonmal ernährt habe. Das werde ich jetzt nochmal in Angriff nehmen. Vermutlich wird es ziemlich hart werden, weil meine Tage ja recht lang sind. Aber irgendwann muss ich ja wieder anfangen auf mich zu achten. Es steht schließlich der Sommer vor der Türl
Ich werde berichten.

Izrael ist jetzt in Thailand. Hoffentlich kommt er heil wieder...

Jetzt wird aufgeräumt bevor ich einkaufen fahre.
7.5.16 12:08


Meine Prüfung habe ich bestanden. Es hätte besser laufen können, aber kann es das nicht immer? Jahrgangsbeste, das soll wohl was heißen.

Meine Arbeitskollegin hat letzte Woche aufgehört. Ich bin froh darüber, so ist alles viel entspannter. Weniger Hände, mehr Arbeit für mich, aber auch weniger Stress für alle. Es ist einfach kein Raum für die persönliche Dramashow einer einzelnen.

Es ist so viel Arbeit. Manchmal ist es nur noch die Arbeit in meinem Kopf. Dann habe ich keine Gedanken mehr für eine Familie. Dann kann ich mir gar nicht vorstellen, dass es irgendwann anders sein soll. Dass ich irgendwann mal nicht arbeiten würde.
Aber manchmal kann ich es doch.
16.4.16 22:35


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