Nur den Menschen,
die du geliebt hast,
bist du wirklich begegnet
in dieser Welt.

Die anderen haben
deinen Weg nur gekreuzt.

by Hans Kruppa




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Viel ist in den letzten Tagen passiert und irgendwie auch wieder nicht. Im Grunde doch nichts wirklich neues. Im Grunde stecke ich genauso fest wie im letzten Jahr. Nur die Umgebung ist schöner...
Zwar habe ich versucht, es zu vermeiden, aber so ganz bin ich um das Nachdenken nicht herum gekommen. Mir ist klar geworden, dass ich mit diesem Bruch im letzten Jahr gleich zwei Beziehungen, zwei Lieben auf einmal verloren habe.
Dass es mit Fynn zu Ende gegangen ist, schmerzt und enttäuscht mich nach wie vor. Aber es war ein schleichender Prozess, der sich lange genug angekündigt hatte. Zuletzt hatte ich auch einfach die Lust verloren, mich weiter zu bemühen. Wie sich gezeigt hat, war unser Fundament eh nur aus Gipskarton gebaut und diente bloßer Illusion. Dafür war es standhaft genug.
Dass ich aber meine Arbeit und den Lieblingschef verloren habe, das kann ich einfach nicht begreifen. Ich habe doch so viel investiert. So wahnsinnig gekämpft, obwohl die Zeichen so lange schon schlecht standen. Trotzdem habe ich alles gegeben bis zum Schluss. Am Ende ging ich, weil mir die Kraft gefehlt hat, weiterzumachen. Aber da war dieser Traum, den wir gemeinsam geträumt haben. Vielleicht auch nur in meinen Augen gemeinsam. Er hat es wohl nie so empfunden. Für ihn war es wohl immer nur sein Traum, an dessen Verwirklichung mich zu beteiligen er mir gnädigerweise gestattet hat. Doch es war nunmal auch mein Traum. Und es gab diese Freundschaft, wenn auch nur für kurze Zeit. Vermutlich würde er diese genau so leugnen. Es tut weh. Dass ich diesen Traum verloren habe, schmerzt mich sehr. Und es beschämt mich auch, weil er es geschafft hat, mir zu vermitteln, ich habe mir alles nur eingebildet und nichts davon sei wirklich echt gewesen, nicht einmal mein Traum. Mein Lieblingschef hat es geschafft, dass ich mich fühle wie ein totaler Idiot, weil ich so viel Energie, Kraft und Liebe in diese scheinbar fixe Idee eines Traumes, der nicht einmal mir gehört, investiert habe. Und doch habe ich an den Traum geglaubt und auch an den Mann dahinter. Ich will nicht glauben, ich kann einfach nicht glauben, dass beides eine Lüge war.
Dass ich Fynn verloren habe, war hart. Aber worunter ich wirklich noch immer leide, ist der Verlust dieses Traumes und dieser Idee einer Freundschaft. Entgegen jeder Logik halte ich an beidem krankhaft fest.
19.5.19 02:08


Fynn hat zugegeben, dass er nie zu mir zurück gekommen wäre, wenn er nicht geglaubt hätte, dass er mit mir schneller zu einem Kind kommt, als wenn er sich eine neue Freundin suchen und bei Null anfangen müsste. Tja, dumm gelaufen. Ich versuche, zu verhindern, dass es all meine Erinnerungen überlagert, auch wenn es mir wirklich schwer fällt, ist es doch das, was ich im Grunde immer gewusst habe. Es degradiert mich von einer eigenständigen, liebenswerten Frau, zu einem Brutkasten. Es bestätigt all meine Befürchtungen und Unsicherheiten der letzten Jahre und zeigt mir wieder einmal, dass ich recht hatte mit allem.
Doch vier Jahre lang habe ich versucht, mich davon zu überzeugen, dass ich falsch lag. Und all die Jahre davor habe ich ebenfalls schon all zu oft aus falscher Hoffnung gegen meine Intuition gehandelt. Nach all der Zeit, das muss ich sagen, bin ich nun nicht mehr in der Lage, mein Gegenüber richtig einzuschätzen. Was bedeutet dieser Blick, dieses Lächeln, dieses Emoji in der Nachricht? Ist es bloße Konversation und Freundlichkeit? Steht mir jemand gegenüber, der einfach nur nett ist, so wie ich immer einfach nur nett und höflich bin - was in dieser so verrohten Welt so schnell fehlinterpretiert wird? Oder trügt die Intuition nicht und es ist noch etwas anderes? Aber fühlt die Intuition es wirklich, oder käme es mir nur recht? Ich bin nicht mehr in der Lage, meine Intuition wahrzunehmen. Deswegen kann ich keine Menschen mehr lesen. Und ich bin selbst schuld daran.
Vielleicht kommt es ja wieder. Mit Zeit, Geduld und ach so vielen, peinlichen Fehlschlägen. Ich wünschte wirklich, es gelänge mir anders.
19.4.19 23:22


Ich habe gestern erkannt, dass in meinem Kopf ganz starkes Bedingungsdenken verankert ist.
"Wenn ich erst schlank bin, dann..."
"Wenn ich mich gesund ernähre, dann..."
"Wenn ich endlich fit bin, dann..."
"Wenn ich diese Weiterbildung schaffe, dann..."
Dabei kann ich noch nicht einmal genau sagen, wie der Satz weitergehen soll.
"... dann werde ich endlich glücklich sein"?
"... dann fängt mein Leben endlich an"?
"... dann bin ich endlich etwas wert"?
Es ist paradox. Auf einer rationalen Ebene weiß ich, dass ich etwas wert bin. Dass ich liebenswert bin. Aber gleichzeitig kann man mir noch so oft sagen, dass ich hübsch, intelligent und eben liebenswert sei, ich glaube es nicht. Ich glaube nicht, dass ich der Liebe wert bin.
Keine Ahnung, wann das angefangen hat. Es war in frühen Teenagerzeiten zumindest schon so. Ich erinnere mich an einen Jungen, den ich über ach so wahnsinnig viele Jahre still und heimlich geliebt habe. Doch jede Zuneigung von seiner Seite habe ich abgetan mit dem Gedanken, dass er kaum Interesse an so einer wie mir haben könnte, ich müsse mir das einbilden.
Daran, glaube ich, ist meine Beziehung mit Fynn zerbrochen. Nicht allein deswegen, gewiss nicht. Er hat seine Fehler gemacht, genauso wie ich. Doch es war so, dass er nach unserer Trennung zurückkam, weil er glaubte, dass er mit mir eine Familie haben könnte. Zumindest denke ich, dass er deswegen zurück kam. Ich habe mich nie getraut, ihm diese Frage zu stellen. Ich war einfach fest davon überzeugt von Anfang an, dass er nicht zu mir zurück gekommen ist, weil er mich geliebt hat, sondern weil er die Bedingung wollte, die ich ihm dafür in Aussicht gestellte hatte, mich zu lieben. Er hat mich nicht bedingungslos geliebt. Und mit der Zeit - und wegen vieler anderer Dinge auch, aber eben gewiss aus einem großen Anteil deswegen - habe ich aufgehört, ihn bedingungslos zu lieben. Es war wie eine Art unterbewusste Retourkutsche. Er hat viel unternommen, um unsere Beziehung zu retten. Da wir beide nicht wirklich ehrlich miteinander gesprochen haben, ging vieles in die komplett falsche Richtung. Aber auch wenn es richtig war, habe ich nicht zugelassen, dass es mich wirklich berührt hat. Er hatte es nicht verdient, dass ich ihn liebte. Er liebte mich doch eigentlich auch nicht.
Wären diese Gedanken nicht in meinem Kopf gewesen oder hätte ich sie mal offen ausgesprochen, hätte er offen gesprochen, ich bin überzeugt, dass wir eine Chance gehabt hätten. Denn schließlich habe ich ihn eine ganze Zeit lang bedingungslos geliebt. So weit, dass ich ihm seine vermeintliche Bedingung erfüllen wollte. Vielleicht gibt es ja irgendwann noch einmal eine Chance, sich auszusprechen.
Was bleibt, ist die Frage, wie ich dieses Bedingungsdenken aus meinem Kopf raus bekomme. Mein Leben wird nicht besser, sobald ich eine Spülmaschine habe. Vielleicht ein kleines bisschen leichter, aber es wird mich auf gar keinen Fall glücklicher machen. Wenn ich zehn Kilo abgenommen habe, wird das Leben mit Sicherheit angenehmer. Und vielleicht werde ich dann auch glücklich. Aber was ist mit der Zeit bis dahin? Habe ich jetzt kein Glück verdient? Ich weiß nicht, warum ich das denke. Warum ich mich für nicht liebenswert halte. Das tue ich. Aus tiefem Herzen bin ich überzeugt, kein netter, liebenswerter Mensch zu sein. Das habe ich schon oft gedacht, aber die Inbrunst dahinter und die weitere Konsequenz war mir bislang nicht klar.
Ich halte mich nicht für liebenswert. Deswegen kann ich auch anderen ihre Liebe für mich nicht glauben.
Da ist die Erkenntnis. Jetzt muss ich nur irgendetwas damit anfangen.
15.4.19 22:26


Vielleicht hat jemand recht, wenn er mir unterstellt, ich suche Ausreden, um mich meinem Leben nicht stellen zu müssen. Dass ich den Wunsch nach Ordnung und dieses zwanghafte Bemühen um Kontrolle nur vorschiebe, um mich vor der Welt zu drücken. Vielleicht hat er recht. Aber ich finde es nur fair. Ich lebe schon so lange so. Ich erlitte wohl einen Schock, wenn ich es plötzlich ändern würde. Trotzdem bedaure ich jeden Rückschritt, den ich mache. Ich war so weit, dass ich neue Menschen kennen lernen wollte. Die letzten 10 Tage waren dagegen wieder so hart, dass ich mich ziemlich davon zurück gezogen habe. Es ist mehr als schade. Aber nach solchen Tagen habe ich einfach nichts mehr zu geben.
8.4.19 23:59


Als erstes habe ich mir heute endlich wieder die Haare gefärbt. Seit Monaten wäre das nötig gewesen, der Ansatz war eine Schande. Aber ich wusste nicht mehr, wer ich sein möchte. Irgendwann muss ich allerdings mit der Suche anfangen, also hab ich es heute getan und bin mehr als zufrieden mit dem Ergebnis. Es ist verrückt wieviel besser ich mich direkt fühle.
Als zweites implementiere ich in meinem Kopf die Annahme, dass jederzeit Besuch vor der Tür stehen könnte. Das ist zwar mehr als unwahrscheinlich, aber darum geht es ja gar nicht. Es geht um die Ordnung in meiner Wohnung und das damit verbundene Gefühl, sein Leben im Griff zu haben.
Ich muss mein Leben in den Griff bekommen. Wieder mal.
24.3.19 18:22


Ich möchte wieder ausgehen und Spaß haben, Freunde treffen und neue finden. Doch in den letzten Jahren war ich nur noch auf die Arbeit fixiert und habe darüber das Leben verlernt. Ich weiß gar nicht mehr wirklich, wie Spaß haben geht. Was es bedeutet, ein Leben zu haben neben der Arbeit.
Es gibt einen neuen Arbeitskollegen. Wir haben letztens zufällig die Pause miteinander verbracht. Hinterher habe ich mich wirklich gefragt, wie es soweit kommen konnte. Wann ich so gnadenlos langweilig und belanglos geworden bin. So zurückhaltend und unnahbar. So uninteressant. Fragt man mich, wie ich mein Wochenende verbracht habe, so habe ich keine wirkliche Antwort darauf.
Momentan ist es besonders schlimm, weil ich mich vor dem finalen Gespräch mit dem Kitten drücke. Ich möchte es nicht. Wirklich nicht. Ich könnte ihm seine Sachen auch einfach zuschicken. Allerdings habe ich noch etwas bei ihm, das ich gerne wieder hätte. Mittlerweile ist es einfach soweit, dass ich mich ernsthaft frage, wie es überhaupt zu etwas beziehungsähnlichem mit ihm kommen konnte. Es war eine wirklich dumme Enscheidung geboren aus Trauer, Unsicherheit und Verlustangst. Ich rede mir ein, dass alles besser wird, sobald ich diesen Ballast nur endlich hinter mir habe. Vielleicht ist es so. Aber nur, wenn ich etwas dafür tue. Doch dazu bin ich irgendwie nicht in der Lage.
Wieder mal bin ich auf der Suche nach einer Hoffnung, einem Grund, einer Motivation von außen, die mich aufstehen und weitermachen lässt.
Vor über 10 Jahren habe ich den größten Teil meines (Sozial-)Lebens aufgeben. Seitdem habe ich noch keinen Rückweg gefunden.
23.12.18 21:10


Puppy hat mich herzlos genannt.War es ein Scherz? Vielleicht. Macht es mich betroffen? Vielleicht ein wenig. Aber es macht mir auch klar, dass die Dinge sind wie sie sind. Mir fehlt einfach das Muttergen. Es ist mir nicht bestimmt. Die Beziehung mit Fynn hat es besiegelt.
Ich habe meinen Weg gewählt und ich werde ihn gehen. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob diese selbst gewählte Einsamkeit dabei wirklich sein muss.

Dieser Tage habe ich mich im Spiegel gesehen. In der spiegelnden Fensterscheibe. Keine schönen Lügen mehr. Es muss sich etwas tun. Ich muss etwas tun. Dieser Anblick gehört nicht in die Zukunft, die ich will. Dieser Anblick verhindert die Zukunft, die ich will. Ich kann etwas dagegen tun. Und ich werde es tun. Doch es wird gewiss nicht leicht, diese jungen doch schon liebgewonnenen Angewohnheiten wieder abzulegen.
4.3.19 22:40


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