Nur den Menschen,
die du geliebt hast,
bist du wirklich begegnet
in dieser Welt.

Die anderen haben
deinen Weg nur gekreuzt.

by Hans Kruppa




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Bald.
30.4.18 23:23


Es ist einer dieser Abende, an denen ich mich frage, welche meiner Entscheidungen klug gewesen ist.
In den letzten Tagen habe ich oft zurückdenken müssen an einen bestimmten Schulausflug vor ach so vielen Jahren. Bald ein halbes Leben ist es nun schon her. Dieser Ausflug und die Erlebnisse, die zwischenmenschlichen Situationen, Konfrontationen, es ist sinnbildlich für ganze Jahre meines Lebens.
So oft war mein Leben geprägt von Furcht. So oft habe ich gefürchtet, die Menschen, die ich liebe, zu verletzen, und tat es doch genau mit dem daraus resultierenden Verhalten. Dieser Schulausflug war gespickt mit solchen Situationen.
Wenige geliebte Menschen und Freunde aus dieser Zeit sind mir geblieben. Wenn ich ehrlich bin, dann ist es nur einer. Ein einziger aus dreizehn Jahren Schulzeit. Geblieben trotz all meiner Ignoranz, all meiner Versuche, ihn forzustoßen, geblieben trotz allem ist nur Izrael.
Würde ich rückblickend diese Situationen aus dem Ausflug in Betracht auf Izrael anders handhaben? Vielleicht. Mit deutlicheren Worten. Mit mehr Klarheit. Denn an den Gefühlen hat sich doch nach all den Jahren nichts geändert. Nicht wahr? Izrael war mir immer ein Freund. Einer der wichtigsten. Schon oft habe ich gesagt, dass er vermutlich nie begreifen wird, wie wichtig er mir tatsächlich ist. Wie sehr ich die Gewissheit brauche, dass er da ist. Irgendwo dort draußen. Ich brauche keinen Kontakt. Ich muss nur wissen, dass er da ist. Vermutlich ist es unfair und wird seiner nicht gerecht. Wahrscheinlich benutze ich ihn einfach nur und seine Treue, seine Loyalität. Vielleicht ist das so. Aber es ändert nichts.
Vor einigen Jahren hat es eine Situation gegeben auf seinem Balkon. Es war der Abend bevor er ein klärendes Gespräch mit seiner damaligen Exfreundin hatte. Der Abend bevor sie wieder zusammen gekommen sind. Wir standen auf dem Balkon, er umarmt mich von hinten und bietet mir an, die Nacht bei ihm zu verbringen. Ohne Verpflichtung. Man würde einfach sehen, wohin es führt. Daraufhin habe ich ziemlich fluchtartig die Wohnung verlassen. Er hat es nie verstanden.
Letztens lag ich im Bett und die Situation kam wieder auf. Dieses Mal habe ich mir erlaubt, die Situation weiter zu denken. Wir küssen uns. Ich verbringe die Nacht bei ihm. Vielleicht sogar mit ihm. Wieder bin ich in regelrechte Panik ausgebrochen. Mein Herz fing an zu rasen und ich wollte aufhören, es weiter zu denken. Denn was wäre nach dieser Nacht? Wie wäre es weiter gegangen? Ich habe furchtbare Angst davor!
Dass Izrael für mich da ist, irgendwo dort draußen, das gibt meinem Leben Stabilität. Ich will mir nicht vorstellen, wie es ohne ihn würde. Wie viel leerer es ohne ihn würde.

Es gibt vielleicht ein Handvoll Menschen, mit denen es mir so geht. Die ich andauernd von mir stoße, die ich ignoriere, für die ich nicht da bin. Weil ich es nicht kann. Weil ich zu kaputt bin. Zu sehr damit beschäftigt, nicht in tausend Teile zu zerbrechen ohnehin schon. Eine Handvoll Menschen gibt es, die dennoch bei mir bleiben. Es ist das größte, was mir passieren konnte. Und ich weiß nicht, womit ich sie verdient habe. Doch ich bin dankbar, unendlich dankbar für jeden einzelnen.
30.4.18 21:27


Leugnen bringt mich nicht weiter. Es ist an der Zeit, den Kopf aus dem Sand zu ziehen und mir in die Augen zu sehen. Ziehe den Schleier von dem Spiegel und sieh dich an mit klarem Blick, offen und ehrlich.
Noch immer stehe ich einen Schritt davor. Einen Schritt vor dem Durchbruch. Ich bin motiviert, wirklich ehrlich bereit mein Leben endlich in die richtige Bahn zu lenken und endlich wieder gesund, schön und zufrieden mit mir selbst zu werden. Doch ich hänge noch immer an diesem einen Schritt. Mit einem Bein bereits in der Luft, nur das andere ist so furchtbar einbetoniert.
Im Grunde ist es ganz leicht. Sorge dafür, dass dein neues Leben Routine wird. Nicht mehr. Seit zwei Wochen fahre ich jeden zweiten Tag Fahrrad. Jedes Mal schneller und weiter. Jedes Mal mit mehr Selbstverständlichkeit. Veränderung braucht nur ach so kurze Zeit, um Routine und Alltag zu werden. Ich muss doch nicht mehr tun, als endlich diesen Schritt zu gehen und den zweiten Fuß vom Boden zu heben.
So viele Dinge würde ich gerne in Angriff nehmen. Würde ich gerne an der Wohnung ändern. Würde ich gerne für mich tun. Würde ich gerne erleben in diesem Jahr. Für so vieles benötigt man Geld. Wieder einmal ist es meine unerklärliche Armut, die mich runter zieht. Wahrscheinlich brauche ich nichts davon wirklich und nehme einfach nur die Ausrede dankbar an, die es meiner Feigheit und Faulheit bietet.
Es ist an der Zeit, auszusprechen, was ich wirklich möchte. Es ist an der Zeit, ehrlich zu mir selbst zu sein. Doch ich möchte es nicht. Nicht in jeder Hinsicht. Denn manche Antwort kann ich nicht vorhersehen. Aber wer will denn auch gleich übertreiben? Ich muss ja nicht sofort den ganzen Raum ausleuchten. Eine Ecke nach der nächsten.
In ziemlich genau vier Monaten heiratet meine Stiefschwester. Dem Kleid meiner Stiefmutter nach zu urteilen, wird es ein großes, oppulentes Fest mit Abendgarderobe. Bis zu diesem Tag muss ich fertig sein. Optisch. Es ist ein realistisches Ziel. Kein leichtes, aber ein realistisches. An diesem Wochenende findet ein weiteres Event statt, das mir jährlich liebgewonnene Tradition ist. Einen Monat später feiert meine andere Schwester groß Geburtstag. Bis September also will und muss ich fertig sein. Eigentlich schon früher. In diesem Jahr will ich ihn wiedersehen. Den Freund.
Das ist etwas, was mir die meiste Zeit egal geworden ist. Aber sobald ich mich wieder mir selbst zuwende, steht er wieder vor mir. Zwischen mir und mir. Ich muss dieses Buch endlich abschließen und dafür muss ich ihn wiedersehen.
Vier Monate. Ein Wimpernschlag. Jede Sekunde will genutzt werden. Das darf ich nicht vergessen.
29.4.18 22:18


Ich stehe gerade an einem Scheideweg. Physisch und Psychisch.
Zurzeit bin ich - mal wieder - frustriert und wahnsinnig unzufrieden. In Folge dessen betreibe ich wieder Frustessen und bin total verpickelt. Noch bin ich an der Grenze, dass ich konsequenzlos umkehren kann. Noch. Niemand würde mich wirklich fett nennen. Aber schlank nennt mich auch niemand mehr.
Den Job werde ich kündigen über kurz oder lang. Ich will sie nicht hängen lassen. Und im Hinterkopf ist schon der Gedanke, was passiert, wenn ich unerwartet schwanger würde. Grundsätzlich verdiene ich nicht schlecht zurzeit. Ob das in Zukunft so bleiben würde? Aber deswegen mein Leben so weiter führen?
Vor kurzem las ich einen Artikel. Das Leben ist eine Box voll Routine. Alles neue wird mit der Zeit zur Routine. Wenn man nur an den äußeren Umständen arbeitet und hofft, man könne dadurch aus der Routine ausbrechen, so wird man bitter enttäuscht werden. Kurzzeitig wird man Besserung erfahren und voller Hoffnung strahlend voran gehen. Doch nur allzu bald wird es Gewohnheit werden.
Also muss ich mich ändern. Mich und meine Einstellung. Keine neue Erkenntnis. Es wird in diesem Fall wahrscheinlich dennoch darauf hinauslaufen, dass der Job ein anderer wird. Aber ich muss an der Gesamtheit arbeiten. Und weiß wie immer nicht wie.
Liebe würde ich den Kopf in den Sand stecken, weiter essen das Leben an mir vorbei ziehen lassen bis irgendwann von außen der große Schlag kommt, dieser eine Moment, der die Lethargie von mir zieht. Aber dies wird wohl nicht passieren.
2.4.18 23:44


Wieder einmal hatte ich einen Streit mit meinem Chef. Am Ende sagte er Dinge, die mich tief erschüttert haben. Eigentlich war es nichts neues für mich. Er hatte diesen Standpunkt, diesen unseren Streitpunkt schon mehr als einmal in ähnlichen Worten formuliert. Weniger deutlich, aber doch so, dass mich der bloße Inhalt nicht überrascht hat. Warum also war ich dieses Mal so erschüttert und verstört danach?
Ich kann es nicht anders beschreiben. Es gab das Gespräch. Danach habe ich den Raum verlassen und bin draußen zusammen gebrochen in ein Meer von Tränen. Warum hat es mich so verzweifelt gemacht? Welche Hoffnung hatte ich, die er so sehr enttäuscht hat? Dass er sich ändert?
Er wollte mein Schweigen danach nicht hinnehmen und hat mich nach anderthalb Tagen zu einem Gespräch gezwungen. Es war hart. Aber es endet wieder in Hoffnung. Dass er sich ändert.
Aber auch ich mich. In einigen Punkten muss ich meine Sichtweise ändern, den Blickwinkel ändern. Sonst kann es nicht funktionieren. Aber kann es das überhaupt? Es wird wieder in Tränen enden. Ich werde wieder in Tränen enden.
Was bedeutet mir dieser Job? Was bedeutet mir mein Team? Der Laden? Was bedeutet mir mein Chef, dass er mich in so tiefe Verzweiflung stürzen kann?
Ich wollte gehen, doch er ließ mich nicht. Ließ mich nicht vor der Situation fliehen, ließ nicht zu, dass ich mich dem Problem ergebe und gehe. Hat beinahe zwei Stunden mit mir gesprochen, obwohl ich am Anfang voll war von Widerstand, Abwehr und Schweigen. Doch er ließ es nicht zu. Was bedeutet mir das? Was bedeutet es ihm, dass ich da bleibe?
Im letzten Gespräch sagte er, er wolle einen professionelleren Umgang zwischen uns. Warum sind wir nicht professionell miteinander?
Ich wünschte, ich könnte überwinden, was uns verbindet, und eine ganz normale Angestellte sein. Ich wünschte, ich könnte überwinden, was uns trennt, und wieder mit ihm befreundet sein, wie wir es so kurze Zeit nur waren. Es ist dieser Drahtseilakt, der mir das Genick brechen wird.
4.3.18 00:54


Manchmal bin ich so glücklich mit meiner Beziehung. Denke, alles wäre gut so wie es ist. Kann mir alles vorstellen. Eine Zukunft mit Haus und Kind.
Und dann wieder sitze ich in meinem Zimmer und frage mich. Frage mich, ob das wirklich alles war.
Es sollte mehr geben in meinem Leben. Es muss doch noch viel mehr geben. Viel mehr als das.
2.2.18 22:37


Nun reihe ich mich also ein in die lange Liste all jener, die einen Rückblick werfen auf das vergangene Jahr. Allerdings kann ich nicht viel beitragen.
Mein Jahr war ein einziges Chaos, ist es noch. Nur langsam fange ich wieder an, zu sehen und zu verstehen, was ich wirklich möchte. Was wirklich meine Entscheidung ist aus freiem Willen, und was ich nur glaube, schuldig zu sein. Es ist ein langer Weg und ich stehe noch ganz am Anfang.
Nach wie vor vermag ich nicht zu sagen, ob meine Beziehung diesen Prozess übersteht. Ob ich will, dass sie es tut. An manchen Tagen möchte ich mit ihm ein Haus bauen und eine Familie gründen, mein Leben mit ihm verbringen. An so vielen anderen möchte ich mich in mein Auto setzen, ihn hinter mir lassen und mich in die Arme von jemand anderem werfen.
Es gibt sie, diese Menschen, denen ich so wichtig bin seit Jahren schon, obwohl ich ihnen selten mehr als Schmerz bereite. Manchmal denke ich, ich sei bei ihnen besser aufgehoben. Kennen sie doch all das Schlechte in mir. Ob sie es für Angst halten, wie ich einst bei diesem einen Freund tat? Vielleicht ist es das sogar. Angst vor zuviel Nähe. Ein Problem, das mich schon mein halbes Leben lang begleitet. Vermutlich ist es deshalb mit Finn so schwierig, weil wir beide Nähe so schlecht zulassen können. Den Blick auf die Seele und die innere Verletzlichkeit. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur grausam zu ihnen, die mich lieben und die glauben, sie könnten mich retten.
Beruflich bleibt es spannend. In den letzten zwei Wochen habe ich so viele Wege für mich durchgespielt, war schon zu allem bereit. Mittlerweile haben sich Wut und das Gefühl von Verrat wieder etwas gelegt, so dass ich bereit bin, den Weg vorerst weiter zu gehen. Doch nicht so wie er war. Es gibt für mich kein Geradeaus mehr, kein Alles-wie-gehabt. Es kann weiter gehen, doch Dinge müssen sich ändern. Über das Ausmaß bin ich mir noch nicht im Klaren.
Meinen Körper habe ich wahrlich geschändet in diesem Jahr. Bald acht Kilogramm zugenommen, ausgedörrte Haut, Pickel, Augenringe. Ewig schlechter Schlaf, auch nach zwölf Stunden nicht Aufwachen in Erholung. Stets erschöpft physisch wie psychisch. Demotiviert und schlecht gelaunt. Kaum noch in der Lage, Freude zu empfinden oder Unbeschwertheit. Immer rasende Gedanken, niemals Ruhe oder Innehalten. Seit enigen Wochen Tinnitus. Es ist wahrlich ein Trauerspiel. Dies zuallererst ist etwas, das sich ändern muss im neuen Jahr! Ich brauch es radikal, also versuche ich erneut mein Glück mit Pulver. Werde fluchen, leiden und an meiner eigenen Schwäche scheitern. Aber vielleicht habe ich es ja endlich begriffen. Vielleicht hat es ja endlich Klick gemacht.
Es gibt vieles im neuen Jahr, das besser werden muss und anders. Vielleicht gelingt es leichter, wenn ich endlich anfange, wieder gut zu mir zu sein. Wenn ich endlich beginne, mich selbst wieder zu achten. Vielleicht fügt sich dann alles von allein.
30.12.17 23:23


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