Nur den Menschen,
die du geliebt hast,
bist du wirklich begegnet
in dieser Welt.

Die anderen haben
deinen Weg nur gekreuzt.

by Hans Kruppa




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Nun reihe ich mich also ein in die lange Liste all jener, die einen Rückblick werfen auf das vergangene Jahr. Allerdings kann ich nicht viel beitragen.
Mein Jahr war ein einziges Chaos, ist es noch. Nur langsam fange ich wieder an, zu sehen und zu verstehen, was ich wirklich möchte. Was wirklich meine Entscheidung ist aus freiem Willen, und was ich nur glaube, schuldig zu sein. Es ist ein langer Weg und ich stehe noch ganz am Anfang.
Nach wie vor vermag ich nicht zu sagen, ob meine Beziehung diesen Prozess übersteht. Ob ich will, dass sie es tut. An manchen Tagen möchte ich mit ihm ein Haus bauen und eine Familie gründen, mein Leben mit ihm verbringen. An so vielen anderen möchte ich mich in mein Auto setzen, ihn hinter mir lassen und mich in die Arme von jemand anderem werfen.
Es gibt sie, diese Menschen, denen ich so wichtig bin seit Jahren schon, obwohl ich ihnen selten mehr als Schmerz bereite. Manchmal denke ich, ich sei bei ihnen besser aufgehoben. Kennen sie doch all das Schlechte in mir. Ob sie es für Angst halten, wie ich einst bei diesem einen Freund tat? Vielleicht ist es das sogar. Angst vor zuviel Nähe. Ein Problem, das mich schon mein halbes Leben lang begleitet. Vermutlich ist es deshalb mit Finn so schwierig, weil wir beide Nähe so schlecht zulassen können. Den Blick auf die Seele und die innere Verletzlichkeit. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur grausam zu ihnen, die mich lieben und die glauben, sie könnten mich retten.
Beruflich bleibt es spannend. In den letzten zwei Wochen habe ich so viele Wege für mich durchgespielt, war schon zu allem bereit. Mittlerweile haben sich Wut und das Gefühl von Verrat wieder etwas gelegt, so dass ich bereit bin, den Weg vorerst weiter zu gehen. Doch nicht so wie er war. Es gibt für mich kein Geradeaus mehr, kein Alles-wie-gehabt. Es kann weiter gehen, doch Dinge müssen sich ändern. Über das Ausmaß bin ich mir noch nicht im Klaren.
Meinen Körper habe ich wahrlich geschändet in diesem Jahr. Bald acht Kilogramm zugenommen, ausgedörrte Haut, Pickel, Augenringe. Ewig schlechter Schlaf, auch nach zwölf Stunden nicht Aufwachen in Erholung. Stets erschöpft physisch wie psychisch. Demotiviert und schlecht gelaunt. Kaum noch in der Lage, Freude zu empfinden oder Unbeschwertheit. Immer rasende Gedanken, niemals Ruhe oder Innehalten. Seit enigen Wochen Tinnitus. Es ist wahrlich ein Trauerspiel. Dies zuallererst ist etwas, das sich ändern muss im neuen Jahr! Ich brauch es radikal, also versuche ich erneut mein Glück mit Pulver. Werde fluchen, leiden und an meiner eigenen Schwäche scheitern. Aber vielleicht habe ich es ja endlich begriffen. Vielleicht hat es ja endlich Klick gemacht.
Es gibt vieles im neuen Jahr, das besser werden muss und anders. Vielleicht gelingt es leichter, wenn ich endlich anfange, wieder gut zu mir zu sein. Wenn ich endlich beginne, mich selbst wieder zu achten. Vielleicht fügt sich dann alles von allein.
30.12.17 23:23


Seit vielen Jahren schon folgt meinem Leben diese eine dunkle Wolke, die regelmäßig die Sonne verdunkelt. Dann wird es grau und kalt und mich überfällt die Depression. Dies geht schon lange so. Doch trotz meiner Wolke bin ich eigentlich ein optimistischer, offener und freudiger Mensch. Grundsätzlich lebe ich gerne, habe ich eine positive Einstellung zu allem.
Dies hat sich geändert.
Seit geraumer Zeit trage ich in mir eine Negativität meinem Leben gegenüber, die mir zunächst gar nicht auffiel. Erst gestern bemerkte ich es, als ich eigentlich einen wunderbaren Abend hatte, und mich permanent Abfälliges denken hörte. Die Musik, die Leute, das Licht, die Lautstärke. Nichts war so, wie ich es gerne gehabt hätte. An allem hat mich etwas gestört. Ich war über mich selbst schockiert.
Wohin ich mich auch wende, ich seh nur noch schlechtes. Nur noch unperfektes. Nur noch Fehler. Was gut ist, selbst wenn es überwiegt, nehme ich nur noch am Rande wahr. Auch meine Beziehung behandle ich so, als bestünde sie nur aus Fehlern, auch wenn es nicht so ist.
Es hängt mit meiner Arbeit zusammen. Mit meinem perfektionistischen Chef, für den nichts gut genug ist. Jeden Tag gibt es Kritik. Jeden Tag gibt es ein "Nein". Nie ist etwas gut genug oder schnell genug. Seit bald zwei Jahren höre ich es nun schon. Ich habe es in mein Leben übernommen.
Meine Gedanken ruhen selten, verweilen allzu oft bei der Arbeit. Selbst den gestrigen Abend haben sie mir versaut. Es muss aufhören. Irgendwie muss ich Abstand zur Arbeit gewinnen. Und das schnell! Sofort!
Hätte ich dort nicht noch so viel zu erledigen...
9.12.17 22:30


Still und leise ist es passiert, dass ich mir selbst egal wurde. Dass meine eigene Gesundheit mir über die Arbeit so egal wurde, dass ich selbstgesetzte Grenzen überschritt.
Es war keine Überraschung, als ich mich in dieser Woche auf die Waage stellte. Nur eine Erwartung, die zur Gewissheit wurde. Was mich wirklich überrascht hat, wie ganz weit weg von mir als sei es ein fremdes Gefühl und nicht mein eigenes, was mich wirklich überrascht hat, war die Leichtigkeit, mit der ich es akzeptierte.
Es gab immer diese Grenzen für mich. Diese Zahlen auf der Waage, die nicht überschritten werden durften. Es gab diese eine, ganz besondere Zahl, die für mich Sinnbild war für die schlimmste Zeit in meinem Leben. Diese Zahl, die für mich drei Jahre Schmerz und Depression und Selbsthass aussagt. Diese Zahl habe ich überschritten. Etwas, das nie einzutreten ich geschworen habe. Doch nun ist es passiert. Und es hat mich nicht gekümmert. Im Gegenteil habe ich mit schockierender Gleichgültigkeit einfach die Grenze nach oben verschoben. Erneut.

Ich kenne die Ursache. Sowohl die psychischen als auch die physischen. Ich weiß um die rein sachlichen Gründe, ebenso wie um den emotionalen Hintergrund.
Doch dass es mich so wenig gekümmert hat, macht mir nur wieder deutlich, dass ich noch nicht bereit bin, auf diesem Weg umzukehren. Ich hoffe, ich werde es bald sein.
25.11.17 21:40


Zwei Tage war jemand fremdes auf der Arbeit. Jemand, den ich unerwartet mochte direkt. Es war ein interessantes Gefühl und interessante zwei Tage.

Fynn und ich vertiefen jetzt unsere Suche nach einem Baugrundstück. Es ist gut.
3.11.17 21:19


Fynn ist nicht das Problem, sondern ich. Ich und meine Einstellung zu meiner Arbeit. Irgendwann bin ich entgleist vom normalen Weg und habe eine Verantwortung auf mich geladen, die nicht die meine ist. Sie wieder abzugeben, fällt mir mehr als schwer und ob ich es gänzlich schaffe, weiß ich noch nicht. Es ist wie eine Sucht, die mein Leben bestimmt. Es ist eine Last, die derzeit alles bestimmend auf mir lastet. Ich versuche in gewohnter Manier, sie mit Fast Food zu unterdrücken. Natürlich hilft es nicht, und macht mich nur noch unglücklicher. Ich sehe es und mache doch weiter. Irgendwann komme ich hoffentlich an den Punkt, an dem ich umkehren kann.
22.10.17 22:33


Fynn wäre nie zurück gekommen, wenn ich nicht gesagt hätte, dass ich irgendwann Kinder haben werde. Er wäre nie zurück gekommen, wenn er nicht gedacht hätte, dass er mit mir schneller an sein Ziel käme, als beginne er mit jemand anderem von vorn.
Diesen Gedanken werde ich nicht los. Im Grunde lebe ich gerade eine Lüge und weiß nur noch nicht, wann ich am besten abspringen kann, ohne dass es einen von uns beiden zu sehr verletzt.
7.10.17 20:32


Ich muss meinem eigenen Gewissen folgen. Nur dem bin ich verpflichtet. Nur mir selbst.
Was ich selbst will, das muss ich noch herausfinden.
2.10.17 23:05


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