Nur den Menschen,
die du geliebt hast,
bist du wirklich begegnet
in dieser Welt.

Die anderen haben
deinen Weg nur gekreuzt.

by Hans Kruppa




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Nun ist es also passiert. Ganz rational motiviert bin ich zu Noel gefahren und habe ihm in die Augen geblickt. Rein rational gesteuert habe ich einen ganzen Abend und Stunden mit ihm am Meer verbracht. Und es war schön. Wirklich schön. Ich habe mich wohl gefühlt, die ganze Zeit, obwohl ich doch eine gewisse Distanz gewahrt habe. Wahren musste. Rein rational war es die richtige Entscheidung gewesen, Abstand zu halten. Mich nicht zu sehr in seine Umarmung zu lehnen. Nicht zu sehr seine Wärme zu genießen, während der kalte Wind uns umwehte. Es war die absolut richtige Entscheidung, zu ihm zu fahren und mich davon zu überzeugen, dass wir funktionieren können. Rein rational und in Distanz.
Irgendwann war nur noch dunkle Nacht um uns. Dunkle Nacht, die alles versteckt, was der Tag nicht sehen soll. Meine Vernunft hat sich schlafen gelegt. Unsere Musik hat aufgespielt und es war ein wunderbarer Klang.
Es war im Licht wie in der Dunkelheit eine zu schöne Begegnung, als dass ich sie jetzt hinter mir lassen könnte. Als dass ich jetzt in der Lage wäre, eine Haken hinter unsere Idee zu setzen. Diese Idee, nun Realität geworden, hat einen Motor in Gang gesetzt. Wie lang wird sie nun brennen und ihm Zunder bieten? Wird sich die Idee noch ausbrennen oder sich beständig an sich selber nähren?
Es ist gekommen, wie ich es befürchtet hatte. Wie es besiegelt war in dem Moment, in dem ich ins Auto gestiegen war. Mochte ich den Schein auch noch einige Stunden wahren, mochte die Vernunft noch eine Weile meine Zügel führen, so war doch klar, wohin dieser Schritt mich führen würde, kaum dass ich ihn gegangen war. Und ich bedaure es nicht. Auch nicht, dass es nun kein Zurück mehr gibt.
Wusste ich doch genau, worauf ich mich einlasse, nicht wahr? Nicht wahr?
Gibt es einen Namen für das, was wir jetzt sind? Freundschaft plus? Nein, dies wird dem nicht gerecht. Nicht für mich. Dafür bin ich emotional zu stark beteiligt.
Es sollte mir Angst machen, oder nicht? Das Risiko ist groß, dass es im Unglück endet. Machen wir uns nichts vor, es ist im Gegenteil mehr als unwahrscheinlich, dass es auch nur für einen der Beteiligten irgendwie glücklich endet. Dennoch bedaure ich es nicht. Und dennoch habe ich Vertrauen. In ihn. In die Idee. In die Musik.
Was ich in diesen zwölf Stunden gehört habe, war mir jede Unbill wert. Jede einzelne Note, jeder Klang, jeder Ton tief in mir drin war alles wert. Natürlich kann ich nicht gänzlich frei von Reue sein. Aber es sind die Worte, die ich nicht ausgesprochen habe, die ich bedaure, und nicht die Berührungen, die wir ausgetauscht haben.
Nachdem wir uns vor anderthalb Jahren das erste Mal geküsst haben, versprachen wir, uns wiederzusehen. Das erste Treffen ein ganzes Jahr später war mehr als enttäuschend. Weitere sechs Monate später haben jeden Unbill ausgeglichen. Kaum eine Zeit hat es in den achtzehn Monaten gegeben, in denen ich diese Idee von uns nicht irgendwo in meinem Kopf hatte oder sorgsam verborgen in meinem Herz. Was nun wird, bleibt abzuwarten. Doch ich hoffe sehr, dass ich die Musik noch einmal hören werde. Und dass es nicht wieder achtzehn Monate dauern wird bis dahin.
2.8.20 00:58
 


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