Nur den Menschen,
die du geliebt hast,
bist du wirklich begegnet
in dieser Welt.

Die anderen haben
deinen Weg nur gekreuzt.

by Hans Kruppa




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Mein Vater ist jetzt verheiratet. Wenn man diesen 15-Minuten-Vortrag durch den Standesbeamten, in dem er bekannt hat, dass er überhaupt keine Ahnung von dem Paar hat und eigentlich nichts zu den beiden sagen kann, als Hochzeit bezeichnen kann. Es war für mich wie erwartet ein großer Reinfall, der mir den ganzen freien Tag ruiniert hat und mir wieder mal gezeigt, was diese Seite der Familie von mir hält. Ich bin diejenige, die immer die Verabredungen mit ihrer dementen Großmutter vergisst, sie versetzt und angezogen vor der Haustür auf jemanden warten lässt, der nicht kommt. Schön zu hören. Vor allem, da ich sowas noch nie, nie auch nur irgendwem angetan habe, von meiner Verwandtschaft ganz zu schweigen. Ich habe geheult, an diesem Tag, vor Wut und Enttäuschung. Hinterher war wie immer angeblich alles ganz anders.

Gestern habe ich meinen Hasen eingeschläfert. Dann doch noch. Lang genug habe ich es vor mir hergeschoben, immer wieder Ausreden gefunden, aber als ich sie gestern Abend gefüttert habe und sie ihre Hinterläufe nicht mehr bewegen konnte, war der Punkt erreicht. Sie saß vor ihrer Möhre als ich sie gespritzt habe. Dann ist sie eingeschlafen. Etwas besseres hätte ich mir für sie eigentlich nicht wünschen können. Trotzdem wünschte ich, wir hätten noch Zeit gehabt.

Letztes Wochenende hat er mich angerufen, aber ich bin nicht dran gegangen. Eine gemeinsame Bekannte schrieb mir bei Facebook, sie solle mir ausrichten, er stürbe gerade am Bahnhof, aber sie hatte die Geschichte dazu vergessen. Ich habe es ignoriert. Der Bahnhof ist keine zehn Minuten von seiner Wohnung entfernt. Wenn er mal wieder den Schlüssel vergessen hat, dann soll er doch seine Freundin anrufen. Nicht mich.
Seltsamerweise berührt es mich kaum. Entweder ich bin so langsam wirklich über ihn hinweg. Oder aber derzeit so abgestumpft, dass ich mir Sorgen machen sollte.

Ich hatte jetzt zwei Tage am Stück frei. Das erste Mal seit Juli. Davor zuletzt im April. Ich bin mal wieder so kurz vor einem Burn Out, könnte die ganze Zeit - vor allem nach gestern - nur heulen und habe keine Lust zur Arbeit zu gehen. Ich weiß, dass ich eigentlich gut in meinem Job bin, aber in letzter Zeit bekomme ich einfach nur einen Dämpfer nach dem anderen. Ich lerne nichts neues und das alte Wissen sickert langsam aber stetig aus mir heraus. Ich habe Angst, am Ende nur noch die stupide Tätigkeit zu können, die in der Klinik verlangt wird. Ich will zurück in meine alte Praxis mit den Hofkatzen und dem Chef, den wir alle duzen durften, und den Überstunden, die noch Spaß machten. Nächste Woche sind die Beurteilungsgespräche. Vermutlich will ich es gar nicht hören.
Vielleicht muss ich auch einfach nur mal hier raus. Seit ich denken kann, war ich jedes Jahr irgendwo. Entweder wir haben von der Familie aus Urlaub gemacht oder ich war mit der Schule weg. Seit ich denken kann jedes Jahr. Seit der Trennung von meinem Ex vor drei Jahren hänge ich dagegen zuhause fest, mit jedem Tag stärker an meine Wohnung gefesselt. Es scheint keinen Ausweg zu geben solange ich die Haustiere noch habe und die Verantwortung. Die Schulden. Die steten Unkosten. Immer nur Arbeit Arbeit Arbeit ist ein regelrechter Zwang geworden. An den freien Tagen fühle ich mich dann so ausgebrannt, dass gar nichts mehr geht und ich mit Müh und Not gerade noch den Haushalt geschmissen bekomme.
Ich weiß, dass es auf Dauer nicht so weiter gehen kann, aber ich sehe keinen Ausweg. Ein jeder schaufelt sich sein eigenes Grab, meines scheint mir ausgehoben.
14.11.13 20:14
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(14.11.13 20:36)
Lebe und lass die Liebe zu , verschließe dich nicht den du bist es Wert liebe zu geben und zu empfangen. Lg kalle

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